Hier also mein kleiner Bericht von unserem Ausflug nach Schleiz.

Los ging es am Sonnabend um 15:30 in Berlin. Das Teilenehmerfeld war schnell versammelt und es waren alle Modellgenerationen der Elise dabei: AS in seiner Mk2 und icke mit Mk1.

Für die Fahrt nach Schleiz haben wir uns auf die Einfachste und schnellste Lösung verlegt und sind Autobahn gefahren. OK, nicht spannend, aber nachdem wir nicht früher losfahren konnten und keine Ewigkeiten für die Anreise brauchen wollten, lag das auf der Hand.

Das Hotel Luginsland war schnell gefunden: Runter von der Autobahn, rechts ab, einen Kilometer fahren, links ab, fertich. Einfach, sogar ohne Navi ;-)

Im Hotel waren die anderen Teilnehmer leicht zu identifizieren. Entweder sie liefen im Rennoverall und mit dem Helm in der Hand durch die Gegend, oder sie sahen völlig „normal“ aus. Anders ausgedrückt: Bis auf ein älteres Ehepaar, welches eindeutig nicht nach motorsportlichen Ambitionen aussah, war das Hotel fest in der Hand der Seven IG.

Hauptbeschäftigung am Abend war neben Abendessen und lokale Getraenke Testen (den Birnenbrand könnt Ihr getrost vergessen!) „Gesichter Namen zuordnen“. So war z.B. der Dauerurlauber schnell entlarvt, kein Problem bei dem seltenen Vorkommen von chrome orange.

Am nächsten Morgen sind wir dann mit den Hühnern aus dem Bett gesprungen und haben im Fruehstuecksraum erstmal die Broetchenaufbackgeschwindigkeit des Hotels überfordert. Dann ging es gleich ab zur Strecke. Genau genommen über die Strecke und zwar über den alten Teil der Strecke, der heute nicht mehr genutzt wird.

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Das Dreieck bestand (seit 1923) aus der heutigen B2 von Schleiz nach Heinrichsruh, dann über die L1095 bis zum Abzweiger zur B282. Über die B282 durch Oberboehmsdorf, am alten Fahrerlager vorbei, wieder nach Schleiz.

Entlang der L1095 war von dem spektakulären Charakter der alten Strecke noch nicht viel zu bemerken. Eine schöne, geschwungene Landstrasse durch den Wald eben. Und seinerzeit einer der schnellsten Steckenabschnitte überhaupt. Im Sinne von „Weit über 200“

Die B282 nach Oberboehmsdorf hat dann erkennen lassen wo der Hase einst im Pfeffer lag. Von der Abzweigung bis zum Ortseingang sind es ca. 800 Meter. Die Strasse macht zwei leichte Schwünge und führt bergauf. Man fährt auf eine blinde Kuppe zu, vor der man tunlichst auf eine Rechtskurve gefasst sein sollte. Am Ende der Auslaufzone (Fussgaengerweg und Vorgarten) steht ein Haus. Wenn ich mir das mit 800 Meter Anlauf und bei Renntempo vorstelle, dann kommt mir nur das Wort „Ersatzunterwaesche“ in den Sinn.

Wegen des hohen Bundesstrassenanteils, welcher fuer den Streckenbetrieb jeweils gesperrt werden musste und der dort weder zu vertretenden noch zu beseitigenden Sicherheitsmaengel hat das Dreieck 2004 eine neue Kurzanbindung erhalten. Initiiert von der Buergermeisterin und geplant als „Zufahrtstrasse zum Gewerbegebiet“. Gut gemacht!

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Der langsamere und technisch schwierigere Teil der urspruenglichen Strecke wurde so erhalten und der neue Teil ist gut gelungen!

Vor der Fahrerbesprechung haben wir dann noch ein paar Leute aus dem Forum getroffen, unter Anderem chouca und joekanif. Die Einweisung in die Strecke erfolgte in Gruppen hinter den Instruktoren.

Nachdem dieser Teil erledigt war, ging es ans freie Fahren. Obwohl ich seit einigen Jahren fleißig zur Nordschleife pilgere, muss ich zum Schleizer Dreieck „WOW, was für ein tolle Strecke“ sagen! Nicht so ein brettlebener Tilke Retortenschnoerkel der ins Gewerbegebiet gequetscht wurde, sondern eine Strecke in die Landschaft eingebettet mit auf und ab. Neben der Strecke Erdwälle mit Naturtribuehnen und ganz viel Gegend. Ein ähnlich schöner Ausblick wie auf dem Weg von Kallenhard nach Breidscheid ;-)

Und in der Strecke Kleingärten. Die Laubenpieper haben unser emsiges Kreisen gelegentlich unterbrochen, weil der Weg zu den Gärten über die Strecke führt, aber was soll’s. Das Dreieck ist ganz eindeutig einen Besuch wert.

Für mich war dies die erste Ausfahrt mit dem neuen Fahrwerk und auch das hat Spaß gemacht. In und um Berlin nicht zu polterig und gemessen an meinem Können und Tempo auch auf dem Kurs goldrichtig. Nun fährt mein Auto ja mit der werksseitigen Fahrwerkgeometrie aber ich kann mich nicht über auffälliges Untersteuern beklagen. Der Kurs ist, ähnlich wie die Nordschleife, auch stellenweise wellig, so dass das Fahrwerk nicht zu hart sein darf. Mir hat es gut gepasst.

Genaues kann ich natürlich dann sagen, wenn ich mit der Elise mal wieder am Ring war und so ein paar Schluesselstellen, die mit dem alten Fahrwerk furchteinfloessend waren, ausprobieren konnte.

In den schnelleren Sektionen ging mir regelmaessig der Mut aus, weswegen ich von den Anderen regelmaessig überholt wurde. Hauptsache der Mut verlässt mich eher als das Talent, und billiger ist es auch ;-)

Einige uebermotivierte haben im Verlauf des Tages schwarze Schnörkel auf den Asphalt gemalt, was bei den Betroffenen jeweils eine Auffrischung des Fahrerbriefings zur Folge hatte. Der Mann vom DMSB hat da eine klare Linie verfolgt.

Für das leibliche Wohl war auch bestens gesorgt. Mitten auf der Strecke gibt es ein altes Restaurant welches für uns geöffnet hatte. Nach Thüringer Wurscht „Fettschlauch“ ;-) und Schnitzel ging es dann weiter.

Um es noch mal klar zu sagen: Die Organisation des Tages durch die Seven IG und Werner Maurer fand ich wirklich großartig. Mir hat es unendlichen Spaß gemacht, den Tag in Schleiz zu verbringen. Es hat an nichts gefehlt, jeder wusste worauf es ankam, der ganze Tag verlief entspannt und unaufgeregt. OK, ein bisschen wärmer hätte es sein können, aber für alles kann der Werner dann auch nicht sorgen.

Am Schluss noch eine Warnung für zukuneftige Besucher: Mit dem Mineralwasser oder der Apfelschorle aus der Gegend stimmt was nicht. Der Harndrang nach deren Genuss ist unglaublich ;-)

Gruß, Joerg